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Barista-Glossar

Americano

Ein Americano ist ein Espresso, der nachträglich mit heißem Wasser verlängert wird. Er ergibt eine große Tasse, die in der Stärke an Filterkaffee erinnert, aber den kräftigeren, röstigen Charakter eines Espressos behält.

Woher der Name stammt

Eine verbreitete Erzählung besagt, dass amerikanische Soldaten im Italien des Zweiten Weltkriegs ihren Espresso mit Wasser streckten, um ihn dem gewohnten Filterkaffee anzunähern. Eindeutig belegt ist das nicht, die Geschichte erklärt aber gut, worum es geht: Der Americano macht aus dem kleinen, intensiven Espresso ein Getränk, das du in Ruhe aus einer großen Tasse trinken kannst.

Heute gehört der Americano in fast jedem Café zum Standard, häufig auch in einer Eisvariante mit kaltem Wasser und Eiswürfeln. Für viele ist er die Wahl, wenn sie eine große Tasse schwarzen Kaffee möchten, das Café aber keinen Filterkaffee anbietet. Er basiert dann auf demselben Espresso, der auch in Cappuccino und Latte landet.

Wie viel Wasser hineingehört

Einen festen Standard gibt es nicht. Häufige Richtwerte liegen bei etwa drei bis fünf Teilen Wasser auf einen Teil Espresso. Mit einem doppelten Espresso von rund 36 Gramm kommst du so auf eine Tasse von etwa 150 bis 220 Millilitern. Wie kräftig dein Americano wird, steuerst du allein über die Wassermenge.

Das Wasser sollte heiß sein, aber nicht sprudelnd kochen. Viele Siebträgermaschinen haben dafür einen eigenen Heißwasserauslass. Achte darauf, dass das Wasser dieselbe Qualität hat wie dein Brühwasser, denn es macht den größten Teil der Tasse aus. Stark kalkhaltiges oder nach Chlor schmeckendes Wasser fällt im Americano sofort auf.

Americano, Long Black und Lungo

Beim Americano kommt meist zuerst der Espresso in die Tasse, dann das Wasser. Beim Long Black, einer in Australien und Neuseeland verbreiteten Variante, ist es umgekehrt: Der Espresso läuft auf das heiße Wasser. Dadurch bleibt mehr Crema an der Oberfläche erhalten, und das Getränk wirkt etwas intensiver. Oft hat der Long Black auch weniger Wasser.

Vom Lungo unterscheidet sich der Americano grundlegend. Beim Lungo läuft das ganze Wasser durch das Kaffeepulver und löst dabei mehr Bitterstoffe. Beim Americano bleibt die Extraktion die eines normalen Espressos, das Wasser verdünnt nur. Das Ergebnis schmeckt deshalb meist klarer und weniger herb.

Ein Ersatz für Filterkaffee?

Ein Americano ähnelt Filterkaffee in Größe und Stärke, schmeckt aber anders. Durch Druck und feinen Mahlgrad bringt er mehr Körper und Öle mit, Filterkaffee wirkt klarer und leichter, weil das Papier Öle und feine Partikel zurückhält. Für Bohnen mit ausgeprägter Frucht ist Filter oft die bessere Wahl, kräftige, schokoladige Röstungen machen sich im Americano gut.

Praxistipp

Teil einen doppelten Espresso über den Doppelauslauf auf zwei Tassen auf: In die eine gießt du danach heißes Wasser, in der anderen steht das Wasser schon vorher bereit. Probier beide nebeneinander. So merkst du selbst, wie stark die Reihenfolge Crema, Mundgefühl und den ersten Schluck beeinflusst.

Häufige Fragen

Ist ein Americano dasselbe wie Filterkaffee?

Nein. Ein Americano ist verdünnter Espresso, Filterkaffee wird ohne Druck mit gröber gemahlenem Kaffee gebrüht und durch Papier gefiltert. Der Americano hat meist mehr Körper und Röstaromen, Filterkaffee wirkt klarer und zeigt feine Fruchtnoten oft deutlicher.

Hat ein Americano mehr Koffein als ein Espresso?

Nein, er enthält genau so viel Koffein wie der Espresso, aus dem er gemacht ist. Das Wasser verdünnt nur. Wird er mit einem doppelten Espresso zubereitet, wie in vielen Cafés üblich, entspricht der Koffeingehalt dem eines Doppio.

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