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Barista-Glossar

Siebträger

Ein Siebträger ist der Griff mit eingesetztem Metallsieb, in den das Kaffeepulver kommt und der in die Brühgruppe der Espressomaschine eingespannt wird. Umgangssprachlich heißt oft die ganze Maschine so.

Bauteil oder Maschine – was mit Siebträger gemeint ist

Streng genommen ist der Siebträger nur ein Teil: ein Metallkörper mit Griff, der ein flaches Sieb aufnimmt. Im Alltag sagen viele aber „Siebträger“ und meinen die komplette Maschine, im Gegensatz zum Kaffeevollautomaten. Beides ist verbreitet. Der Unterschied zum Vollautomaten liegt darin, dass du mahlst, dosierst und das Pulver selbst andrückst. Dadurch hast du mehr Einfluss auf den Geschmack, musst aber auch mehr selbst entscheiden.

Aus diesen Teilen besteht ein Siebträger

Am Griff sitzt das Gehäuse, meist aus verchromtem Messing oder Edelstahl. Seitlich hat es Nasen, die wie ein Bajonett in die Brühgruppe greifen. Unten sitzen ein oder zwei Ausläufe, durch die der Espresso in die Tasse fließt. Innen liegt das herausnehmbare Sieb, oft von einer Klemmfeder gehalten. Beim Einspannen presst sich der Siebrand gegen eine Gummidichtung in der Brühgruppe. Nur so kann sich der Druck aufbauen, den Espresso braucht.

Der Durchmesser ist nicht genormt. Sehr verbreitet sind 58 mm, viele kompakte Maschinen arbeiten aber mit kleineren Maßen wie 51, 53 oder 54 mm. Auch die Form der Nasen und die Tiefe des Siebs unterscheiden sich je nach Hersteller. Für Zubehör wie Tamper, Ersatzsiebe oder einen bodenlosen Siebträger musst du deshalb das genaue Maß deiner Maschine kennen.

Einzelsieb, Doppelsieb und Präzisionssiebe

Siebe unterscheiden sich vor allem im Fassungsvermögen. Ein Einzelsieb nimmt meist etwa 7 bis 10 g Pulver auf, ein Doppelsieb grob 14 bis 20 g. Viele Baristas arbeiten fast nur mit dem Doppelsieb, weil es sich gleichmäßiger befüllen lässt und verzeihender ist. Präzisionssiebe haben besonders gleichmäßig gestanzte Löcher und sind für eine genaue Füllmenge ausgelegt. Daneben gibt es druckunterstützte Siebe mit nur einem kleinen Auslassloch, die bei einfachen Geräten Fehler beim Mahlen ausgleichen sollen, aber wenig Spielraum zum Feinjustieren lassen.

Wechselst du zwischen Sieben, ändert sich mehr als nur die Menge. Ein anderes Sieb hat oft eine andere Tiefe und eine andere Lochung, der Wasserdurchfluss verändert sich mit. Rechne also damit, dass du nach einem Siebwechsel den Mahlgrad neu einstellen musst, auch wenn du dieselbe Bohne verwendest.

Warum der Siebträger warm und sauber sein sollte

Ein kalter Siebträger zieht dem Wasser Wärme ab, der erste Espresso schmeckt dann oft dünn und säuerlich. Lass ihn deshalb zwischen den Bezügen in der Maschine eingespannt. Nach jedem Bezug klopfst du den Kaffeesatz aus und wischst das Sieb trocken. Öle setzen sich trotzdem mit der Zeit fest und schmecken ranzig. Regelmäßiges Rückspülen mit Blindsieb und ab und zu ein Bad in Reinigungslösung für Sieb und Träger halten das in Grenzen. Den Griff solltest du dabei nicht einweichen.

Praxistipp

Bevor du Pulver einfüllst, spannst du den leeren Siebträger kurz aus und wischst das Sieb mit einem trockenen Tuch aus. Restfeuchte oder alte Pulverreste sorgen sonst dafür, dass das Wasser sich an diesen Stellen schneller einen Weg sucht und dein Espresso ungleichmäßig läuft.

Häufige Fragen

Welche Größe hat ein Siebträger?

Es gibt kein Einheitsmaß. Häufig sind 58 mm, viele kompakte Maschinen nutzen 51, 53 oder 54 mm. Am sichersten misst du den Innendurchmesser des Siebs oder schaust in die Anleitung deiner Maschine, bevor du Tamper oder Siebe kaufst.

Ist eine Siebträgermaschine besser als ein Vollautomat?

Sie bietet mehr Kontrolle über Mahlgrad, Menge und Zubereitung und damit oft mehr Geschmack. Dafür brauchst du eine eigene Mühle, etwas Übung und mehr Zeit pro Tasse. Wer nur auf Knopfdruck Kaffee möchte, ist mit dem Vollautomaten bequemer bedient.

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