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Barista-Glossar

Rückspülen

Rückspülen ist eine Reinigungsmethode für Siebträgermaschinen, bei der mit einem Blindsieb Wasser und Reinigungsmittel rückwärts durch die Brühgruppe gedrückt werden. Dabei lösen sich Kaffeeöle und Reste aus Duschsieb, Gruppe und Ventil.

Was beim Rückspülen passiert

Normalerweise fließt das Wasser durch das Duschsieb in den Kaffeepuck und weiter in die Tasse. Beim Rückspülen sitzt statt des normalen Siebs ein Blindsieb ohne Löcher im Siebträger. Das Wasser kann nicht abfließen, Druck baut sich auf. Schaltest du den Bezug ab, öffnet das Dreiwegeventil, und das Wasser schießt rückwärts durch Gruppe und Ventil in die Abtropfschale. Dabei nimmt es Kaffeefett und feines Mehl mit, die sich dort festgesetzt haben. Je öfter du das machst, desto weniger kann sich festsetzen.

Warum sich alte Kaffeeöle bemerkbar machen

Kaffeeöle sind im Espresso erwünscht, in der Maschine aber nicht. Was sich an Duschsieb und Ventil ablagert, wird mit jedem Tag älter und ranzig. Dieser Belag gibt einen muffigen, bitteren Ton an jeden weiteren Espresso ab, den du irgendwann als normal wahrnimmst. Außerdem kann er die feinen Bohrungen im Duschsieb zusetzen, sodass das Wasser ungleichmäßig auf den Puck trifft.

Geht das bei jeder Maschine?

Nein. Rückspülen setzt ein Dreiwegeventil voraus, das den Druck nach dem Bezug in die Abtropfschale ablässt. Viele einfache Haushaltsmaschinen haben keines. Dort staut sich der Druck im System, und Rückspülen kann Pumpe oder Dichtungen belasten. Ob deine Maschine ein solches Ventil hat, steht in der Anleitung. Ein Hinweis im Alltag: Zischt es nach dem Bezug und landet dabei Wasser in der Abtropfschale, ist meist eines verbaut.

Mit Wasser oder mit Reiniger?

Klares Wasser reicht für die tägliche Pflege, am besten am Ende jedes Kaffeetags. Ein spezielles Reinigungsmittel für Espressomaschinen löst zusätzlich das hartnäckige Kaffeefett, das Wasser allein nicht schafft. Im Haushalt ist ein Durchgang mit Reiniger etwa einmal pro Woche ein häufiger Richtwert, im Café meist täglich.

Bei Brühgruppen mit innen gefetteter Hebelmechanik kann zu häufiges Spülen mit Reiniger das Schmierfett auswaschen. Halte dich bei solchen Gruppen an die Herstellerangabe und plane gelegentliches Nachfetten ein. Wird der Hebel schwergängig oder quietscht er, ist das ein Zeichen, dass Fett fehlt.

So läuft es ab

Setz das Blindsieb ein und gib bei Bedarf die empfohlene Menge Reinigungspulver hinein. Spann den Siebträger ein, starte den Bezug für etwa zehn Sekunden und stopp ihn wieder. Wiederhole das einige Male. Anschließend spülst du mehrmals mit klarem Wasser nach, bis kein Schaum mehr kommt, und wischst Duschsieb und Dichtung mit einem Tuch oder einer Gruppenbürste ab. Den ersten Espresso danach schüttest du sicherheitshalber weg.

Praxistipp

Weich nach dem Rückspülen mit Reiniger auch Siebträger und Sieb kurz in heißem Wasser mit etwas Reinigungspulver ein, denn die Öle sitzen dort genauso. Spül beides danach gründlich ab, sonst schmeckt der nächste Espresso nach Reiniger.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man eine Siebträgermaschine rückspülen?

Mit klarem Wasser am besten nach jedem Kaffeetag, mit Reinigungsmittel im Haushalt etwa einmal pro Woche als häufiger Richtwert. Wer viel Kaffee macht, spült öfter. Bei Gruppen mit innen gefetteter Mechanik gelten die Angaben des Herstellers.

Was ist ein Blindsieb?

Ein Blindsieb ist ein Einsatz für den Siebträger ohne Löcher, manchmal auch als Gummischeibe angeboten, die ins normale Sieb gelegt wird. Es verschließt den Siebträger, sodass sich beim Rückspülen Druck aufbaut und das Wasser rückwärts durch die Brühgruppe gedrückt wird.

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