Barista-Glossar
Dosierung
Die Dosierung ist die Menge an trockenem Kaffeepulver, die du für eine Zubereitung verwendest, meist in Gramm angegeben. Beim Espresso wird sie oft auch „Dosis“ oder englisch „Dose“ genannt.
Warum Gramm besser sind als Löffel
Ein Messlöffel misst Volumen, nicht Gewicht. Wie viel Kaffee in einen Löffel passt, hängt davon ab, wie fein gemahlen ist und wie dunkel die Bohnen geröstet sind. Helle Röstungen sind dichter als dunkle, ein gestrichener Löffel kann deshalb spürbar unterschiedlich viel wiegen. Mit einer Küchenwaage, die auf 0,1 g genau misst, weißt du dagegen, was wirklich im Sieb oder Filter liegt. Erst dann kannst du ein Rezept wiederholen oder gezielt verändern.
Übliche Mengen beim Espresso
Beim Espresso gibt das Sieb den Rahmen vor. Für einen doppelten Espresso im Doppelsieb liegen viele Rezepte grob zwischen 16 und 20 g, für ein Einzelsieb etwa bei der Hälfte. Viele Siebe haben eine empfohlene Füllmenge, oft ist sie auch eingeprägt. Kommt zu wenig Pulver hinein, bleibt über dem Puck viel Platz, das Bett wird beim Bezug leicht aufgewühlt. Ist es zu viel, drückt die Brühgruppe beim Einspannen in das Pulver, und das Wasser verteilt sich schlechter.
Dosis, Mahlgrad und Menge in der Tasse
Die Dosis ist nur ein Teil des Rezepts. Zusammen mit der Menge Espresso, die am Ende in der Tasse landet, ergibt sie das Brühverhältnis. Viele Baristas legen die Dosis für eine Bohne fest und steuern dann über den Mahlgrad. Das hält die Zahl der Stellschrauben überschaubar. Eine höhere Dosis bremst den Durchfluss übrigens ebenfalls, weil das Bett dicker wird. Wer Dosis und Mahlgrad gleichzeitig ändert, kann nicht mehr sagen, was den Unterschied im Geschmack bewirkt hat.
Für Filterkaffee wird die Dosis meist in Bezug auf die Wassermenge angegeben, ein häufiger Richtwert liegt bei etwa 60 g pro Liter. Auch hier gilt: Erst wenn du die Dosis kennst, kannst du sinnvoll entscheiden, ob ein dünner Kaffee an zu wenig Pulver oder an einem zu groben Mahlgrad liegt.
Wiegen im Alltag ohne Aufwand
Am einfachsten wiegst du direkt in den Siebträger: Waage einschalten, Siebträger draufstellen, auf null setzen und mahlen, bis die Zielmenge erreicht ist. Wer mit einem Mahlbecher arbeitet, wiegt die Bohnen schon vor dem Mahlen ab. Kleine Abweichungen von wenigen Zehntelgramm sind normal. Entscheidend ist, dass du ungefähr gleich bleibst, damit du Veränderungen im Geschmack auf andere Ursachen zurückführen kannst.
Beachte, dass manche Mühlen etwas Pulver zurückhalten oder Reste vom letzten Mahlen ausgeben. Wiegst du nur die Bohnen, kann die Menge im Sieb daher leicht abweichen. Ein kurzer Kontrollblick auf die Waage nach dem Mahlen zeigt dir, ob deine Mühle hier nennenswert schwankt.
Praxistipp
Wiege nicht nur das Pulver, sondern stell auch die Tasse beim Bezug auf die Waage. So siehst du, wie viel Espresso aus deiner Dosis entsteht. Dosis und Ausbeute zusammen notiert, sagen dir viel mehr über den Bezug als die Dosis allein.
Häufige Fragen
Wie viel Gramm Kaffee für einen doppelten Espresso?
Viele Rezepte arbeiten im Doppelsieb mit etwa 16 bis 20 g. Was passt, hängt vor allem von der Größe deines Siebs ab. Halte dich an dessen empfohlene Füllmenge und stelle dann den Mahlgrad so ein, dass der Espresso schmeckt.
Braucht man eine Waage für Espresso?
Zwingend nicht, aber sie macht vieles leichter. Ohne Waage schwankt die Menge im Sieb von Bezug zu Bezug, und du weißt nicht, ob ein Unterschied im Geschmack an der Dosis oder am Mahlgrad lag. Eine einfache Waage mit Zehntelgramm-Anzeige reicht.