Barista-Glossar
Latte Macchiato
Ein Latte Macchiato ist ein Milchgetränk im hohen Glas, bei dem zuerst heiße, aufgeschäumte Milch eingefüllt und danach Espresso hineingegossen wird. So entstehen sichtbare Schichten aus Milch, Kaffee und Schaum.
Im Namen steckt das Rezept
Die Milch, „latte“, bekommt durch den Espresso einen Fleck, „macchia“. Damit ist der Latte Macchiato das Gegenstück zum Espresso Macchiato, bei dem ein Klecks Milchschaum den Espresso zeichnet. Wer im Café nur „Macchiato“ bestellt, sollte deshalb im Zweifel nachfragen, was gemeint ist.
Als Café-Getränk im großen Glas wurde der Latte Macchiato vor allem im deutschsprachigen Raum in den 1990er- und 2000er-Jahren populär, oft serviert mit langem Löffel. In Italien spielt er in Bars eine deutlich kleinere Rolle als Cappuccino oder Espresso. Dort verbindet man den Begriff eher mit warmer Milch, der nur ein wenig Kaffee zugesetzt wird.
Warum die Schichten entstehen
Milch ist etwas dichter als Espresso, und Schaum ist durch die eingeschlossene Luft viel leichter als beides. Gießt du den Espresso langsam ein, sinkt er durch den Schaum, bleibt aber über der Milch liegen. So entsteht das typische Bild: unten weiß, in der Mitte braun, oben ein heller Schaumdeckel.
Die Schichten halten nicht ewig. Nach einigen Minuten vermischen sich Milch und Kaffee, und der Schaum fällt langsam zusammen. Wenn dir die Optik wichtig ist, servierst du den Latte Macchiato direkt nach dem Gießen. Für den Geschmack spielt es dagegen kaum eine Rolle, ob du ihn sofort trinkst oder erst umrührst.
So gelingt er zu Hause
Schäum die Milch etwas stärker auf als für einen Caffè Latte, denn der Latte Macchiato braucht eine klar sichtbare Schaumschicht. Gieß sie ins Glas und lass sie etwa eine halbe Minute stehen, damit sich Flüssigkeit und Schaum trennen. Dann gießt du den Espresso langsam und mittig in einem dünnen Strahl ein, am besten aus einem kleinen Kännchen oder Espressoglas.
Gießt du zu schnell oder aus großer Höhe, durchschlägt der Espresso die Schichten und vermischt sich sofort mit der Milch. Auch zu wenig Schaum lässt die Grenzen verschwimmen, weil den Espresso dann nichts mehr bremst. Ein hohes, schmales Glas verstärkt den Effekt, weil die einzelnen Schichten darin höher werden und sich deutlicher voneinander abheben.
Unterschied zum Caffè Latte
Beide Getränke haben viel Milch und sind ähnlich groß. Der Caffè Latte wird aber in der Tasse aufgebaut: erst der Espresso, dann die Milch, die sich sofort mit dem Kaffee verbindet. Er schmeckt dadurch einheitlicher und eignet sich für Latte Art. Der Latte Macchiato ist ein Schichtgetränk mit mehr Schaum und schmeckt beim ersten Schluck oft vor allem nach Milch – umgerührt nähern sich beide an.
Praxistipp
Damit der Espresso sanft auf die Milch trifft, kannst du ihn über die Rückseite eines Löffels gießen, den du knapp über die Schaumschicht hältst. Der Strahl wird dadurch breiter und langsamer, und die Schichten bleiben sauberer getrennt. Mit etwas Übung klappt es später auch ohne Löffel.
Häufige Fragen
Warum wird mein Latte Macchiato nicht geschichtet?
Meist wurde der Espresso zu schnell eingegossen, oder die Milch hatte zu wenig Schaum. Lass die geschäumte Milch kurz im Glas ruhen und gieß den Espresso dann langsam in dünnem Strahl ein, möglichst nah an der Oberfläche. So bleibt die Trennung zwischen Milch, Kaffee und Schaum erhalten.
Hat ein Latte Macchiato viel Koffein?
Nicht mehr als der Espresso, der darin steckt. Mit einem einfachen Espresso enthält er also etwa so viel Koffein wie dieser, mit einem doppelten entsprechend mehr. Die große Milchmenge verdünnt nur den Geschmack, nicht die Koffeinmenge.