Barista-Glossar
Cappuccino
Ein Cappuccino ist ein Espressogetränk mit heißer Milch und einer deutlichen Schicht feinporigen Milchschaums, meist in einer Tasse von etwa 150 bis 200 Millilitern. Der Kaffee bleibt gut schmeckbar, der Schaum macht ihn leicht und weich.
Woher der Name kommt
Der Name wird meist mit den Kapuzinermönchen in Verbindung gebracht, deren braune Kutten an die Farbe des Getränks erinnern. In Wiener Kaffeehäusern gab es schon früh einen „Kapuziner“, einen Kaffee mit wenig Sahne oder Milch. Der Cappuccino in seiner heutigen Form mit Espresso und Dampfschaum entstand in Italien erst, als Espressomaschinen mit Dampflanze verbreitet waren.
Mit dem Getränk änderte sich über die Jahrzehnte auch der Schaum. Lange galt ein hoher, fester Schaumberg als Kennzeichen. Mit der Specialty-Bewegung setzte sich in vielen Cafés ein feinerer, flüssigerer Schaum durch, der sich mit dem Espresso verbindet und sich gießen lässt. Beides wird heute als Cappuccino verkauft, schmeckt und trinkt sich aber spürbar unterschiedlich.
Der Schaum macht den Unterschied
Im Vergleich zu Flat White und Latte hat der Cappuccino die dickste Schaumschicht – als Richtwert gut ein bis zwei Zentimeter. Dieser Schaum sollte trotzdem fein und glänzend sein, ohne sichtbare Blasen. Steifer, trockener Schaum, der wie ein Deckel auf der Milch liegt, gilt im Specialty-Bereich als überholt, ist in vielen Cafés aber noch verbreitet.
Die Basis ist ein einfacher oder doppelter Espresso, je nach Café und Tassengröße. In Italien ist der Cappuccino oft klein und wird vor allem morgens getrunken. In Deutschland kommt er häufig größer auf den Tisch und manchmal mit Kakaopulver bestäubt – eine Frage der Gewohnheit, kein Teil des Grundrezepts.
Trocken, nass und was dazwischen liegt
Manche Cafés bieten den Cappuccino „dry“ oder „wet“ an. Ein trockener Cappuccino hat mehr Schaum und weniger flüssige Milch, er wirkt leichter und kaffeebetonter. Ein nasser Cappuccino hat mehr Milch und weniger Schaum und kommt damit einem kleinen Latte nahe. Beides sind Varianten desselben Getränks, keine eigenen Rezepte, und die Übergänge sind fließend.
Typische Fehler beim Aufschäumen
Der häufigste Fehler ist zu heiße Milch. Wird sie deutlich heißer als etwa 65 °C, verliert sie an Süße und schmeckt schnell gekocht. Ein zweiter Klassiker ist zu langes Luftziehen, bis der Schaum grob und trocken wird. Für einen Cappuccino ziehst du zwar etwas länger Luft als für einen Flat White, hörst aber auf, sobald die Milch sichtbar an Volumen gewonnen hat.
Gieß zügig nach dem Aufschäumen ein. Steht die Milch zu lange, trennen sich Schaum und Flüssigkeit, und am Ende bleibt ein trockener Rest im Kännchen, den du nur noch löffeln kannst. Schwenke das Kännchen kurz, bevor du gießt, damit beides wieder zusammenfindet.
Praxistipp
Um zu prüfen, ob dein Schaum fein genug ist, stoß das Kännchen nach dem Aufschäumen einmal kurz auf die Arbeitsfläche und schwenke die Milch. Glänzt die Oberfläche wie nasse Farbe und siehst du keine einzelnen Blasen mehr, passt die Textur für einen Cappuccino.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cappuccino und Latte Macchiato?
Der Cappuccino ist kleiner, kaffeebetonter und wird in der Tasse aufgebaut: erst der Espresso, dann die geschäumte Milch. Beim Latte Macchiato wird der Espresso in ein hohes Glas mit viel Milch gegossen. Er ist größer, milder und zeigt sichtbare Schichten.
Gehört Kakao auf den Cappuccino?
Zum Grundrezept gehört kein Kakao. Das Bestäuben ist eine verbreitete Gewohnheit, vor allem in Deutschland. Viele Specialty-Cafés verzichten darauf, weil Kakao die Aromen des Espressos überdeckt und Latte Art verschwinden lässt. Wenn es dir schmeckt, spricht aber nichts dagegen.