Barista-Glossar
French Press
Eine French Press ist eine Stempelkanne, in der Kaffeepulver einige Minuten in heißem Wasser zieht, bevor ein Metallsieb es nach unten drückt. Weil kein Papier filtert, schmeckt der Kaffee vollmundig und enthält mehr Öle und feine Partikel.
Wie funktioniert die French Press?
Die French Press arbeitet nach dem Immersionsprinzip: Kaffee und Wasser liegen während der ganzen Brühzeit zusammen, statt dass Wasser durchläuft. Ein häufiger Richtwert sind etwa vier Minuten Ziehzeit bei grobem Mahlgrad. Danach trennt das Metallsieb Getränk und Pulver. Weil die Kontaktzeit feststeht, bestimmen vor allem Mahlgrad, Menge und Temperatur den Geschmack – deine Technik spielt kaum eine Rolle. Das macht sie zu einer der einfachsten Methoden für Einsteiger.
Warum heißt sie French Press?
Stempelkannen wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach erfunden und weiterentwickelt, Patente gab es unter anderem in Frankreich und Italien. Im Deutschen sagt man auch Pressstempelkanne oder einfach Kaffeepresse. Der Name French Press hat sich vor allem im englischen Sprachraum durchgesetzt und ist von dort in Cafés und Rezepte gewandert. Für die Funktion ist der Name ohnehin egal: Alle Varianten bestehen aus einer Kanne aus Glas oder Metall, einem Deckel und einem Stempel mit feinem Sieb.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Wärm die Kanne mit heißem Wasser vor und gieß es wieder aus. Gib den grob gemahlenen Kaffee hinein, gieß das gesamte Wasser zügig auf und stell einen Timer. Das Pulver sammelt sich zunächst als Kruste an der Oberfläche. Nach der Ziehzeit setzt du den Deckel auf und drückst den Stempel ruhig herunter. Gieß dann sofort alles in Tassen oder eine Thermoskanne, damit nichts nachzieht.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
Zu feines Pulver ist der Klassiker. Es rutscht durch das Sieb, macht den Kaffee schlammig und den Stempel schwer zu drücken. Mahl grob, etwa wie grobes Meersalz. Ebenso häufig bleibt der fertige Kaffee in der Kanne. Dort zieht er weiter und wird mit jeder Minute bitterer. Gieß ihn direkt nach dem Pressen vollständig ab.
Wer den Stempel mit Kraft durchdrückt, wirbelt Feinanteile auf, die dann in der Tasse landen. Drück langsam und gleichmäßig, oder senk das Sieb nur bis knapp unter die Oberfläche, statt bis ganz nach unten. Der Satz am Boden bleibt dann, wo er ist.
Was die French Press anders macht als Papier
Durch das Metallsieb gelangen Kaffeeöle in die Tasse, die Papier zurückhalten würde. Das sorgt für einen schweren, runden Körper und eine weiche Textur. Dunklere Röstungen und Kaffees mit schokoladigen Noten profitieren davon, bei sehr hellen, blumigen Kaffees kann der kräftige Körper feine Aromen überdecken. Gut zu wissen: Die ungefilterten Öle enthalten Stoffe wie Cafestol, die den Cholesterinspiegel erhöhen können.
Praxistipp
Rühr nach etwa vier Minuten die oben schwimmende Kruste kurz um, schöpf den Schaum mit zwei Löffeln ab und warte noch einige Minuten, bis sich die Partikel gesetzt haben. Erst dann setzt du den Stempel auf und senkst ihn nur sanft ab. Der Kaffee wird so deutlich klarer.
Häufige Fragen
Wie viel Kaffee für French Press?
Ein häufiger Richtwert liegt bei etwa 60 bis 70 Gramm Kaffee pro Liter Wasser, für einen Becher mit 250 Millilitern also grob 15 bis 17 Gramm. Schmeckt es zu kräftig, nimm etwas weniger Kaffee, statt die Ziehzeit stark zu verkürzen.
Warum ist French-Press-Kaffee bitter?
Meist zieht er zu lange, weil er nach dem Pressen in der Kanne bleibt, oder das Pulver ist zu fein gemahlen. Auch sehr dunkle Röstungen und sprudelnd kochendes Wasser verstärken die Bitterkeit. Gieß sofort ab und mahl beim nächsten Mal etwas gröber.