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Barista-Glossar

Cold Brew

Cold Brew ist Kaffee, der mit kaltem oder raumtemperiertem Wasser über viele Stunden ausgelaugt und anschließend gefiltert wird. Er schmeckt meist mild, weich und weniger säurebetont als heiß gebrühter Kaffee und wird oft als Konzentrat angesetzt.

Was passiert beim kalten Brühen?

Kaltes Wasser löst Aromastoffe deutlich langsamer als heißes. Deshalb braucht Cold Brew statt Minuten viele Stunden, ein häufiger Richtwert liegt zwischen 12 und 24 Stunden. Manche Säuren und flüchtige Aromen, die heißes Wasser stark herauslöst, gehen dabei weniger in Lösung. Das Ergebnis wirkt runder und schokoladiger, aber auch weniger vielschichtig als ein frisch gebrühter heißer Kaffee. Auch die Bitterkeit fällt meist geringer aus.

Cold Brew, Eiskaffee und Cold Drip – was ist was?

Cold Brew zieht lange im kalten Wasser. Beim japanischen Eiskaffee brühst du dagegen heiß direkt auf Eis: Der Kaffee kühlt sofort ab und behält mehr Säure und Frische. Cold Drip ist eine dritte Variante, bei der kaltes Wasser über Stunden tropfenweise durch ein Kaffeebett läuft. Der klassische Eiskaffee mit Vanilleeis und Sahne hat mit alldem wenig zu tun. Wer kalten Kaffee schnell braucht, ist mit der japanischen Methode meist besser bedient, denn sie dauert nur wenige Minuten.

So setzt du Cold Brew an

Mahl grob, etwa wie für die French Press. Gib Kaffee und Wasser in ein Gefäß, rühr um, damit alles benetzt ist, und stell es abgedeckt in den Kühlschrank. Für ein Konzentrat sind etwa 1 zu 5 bis 1 zu 8 übliche Verhältnisse, für trinkfertigen Cold Brew eher 1 zu 12 bis 1 zu 15. Nach der Ziehzeit filterst du zuerst grob und dann durch Papier.

Das Konzentrat verdünnst du vor dem Trinken mit Wasser, Milch oder Eis, oft etwa eins zu eins. Gefiltert und gekühlt hält Cold Brew einige Tage, viele Quellen nennen bis zu etwa einer Woche. Schmeckt er schal und flach, ist die beste Zeit vorbei.

Häufige Fehler

Zu feines Pulver macht den Kaffee trüb und schwer zu filtern, eine zu kurze Ziehzeit ergibt eine wässrige, leicht säuerliche Brühe. Sehr lange Ziehzeiten über einen Tag hinaus bringen dagegen oft holzige, bittere Noten. Achte außerdem auf Hygiene: Weil nichts erhitzt wird, gehören saubere Gefäße und die Lagerung im Kühlschrank dazu.

Wofür eignet sich Cold Brew?

Pur auf Eis ist er an warmen Tagen eine milde Alternative zum heißen Kaffee. Mit Milch oder Haferdrink gemischt entsteht ein weiches, fast dessertartiges Getränk. Weil das Konzentrat einige Tage hält, kannst du es am Wochenende ansetzen und unter der Woche nutzen. Wer Kaffee wegen seiner Säure schlecht verträgt, empfindet Cold Brew oft als angenehmer – das ist allerdings ein individueller Eindruck, keine Garantie.

Praxistipp

Setz zwei kleine Gläser mit demselben Kaffee an und filtere eines nach 14, das andere nach 20 Stunden. Probier beide pur und dann mit gleich viel Wasser verdünnt. So findest du heraus, welche Ziehzeit zu deinem Kaffee und deinem Geschmack passt.

Häufige Fragen

Hat Cold Brew mehr Koffein?

Nicht zwingend. Das Konzentrat enthält pro Milliliter viel Koffein, nach dem Verdünnen liegt ein Glas oft im Bereich eines normalen Filterkaffees. Wie viel du am Ende aufnimmst, hängt vor allem vom Verhältnis beim Ansetzen und von der Verdünnung ab.

Welcher Kaffee eignet sich für Cold Brew?

Viele mögen mittlere Röstungen mit schokoladigen oder nussigen Noten, weil sie kalt gebrüht rund und süß wirken. Helle, sehr fruchtige Kaffees funktionieren auch, ihre feinen Aromen kommen im kalten Aufguss aber oft weniger deutlich heraus als im heißen.

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