Barista-Glossar
Arabica
Arabica ist die Kaffeeart Coffea arabica, aus der ein Großteil des weltweit gehandelten Kaffees stammt. Sie wächst bevorzugt in höheren, kühleren Lagen und gilt im Vergleich zu Robusta als aromatischer, säurebetonter und koffeinärmer.
Woher stammt Arabica?
Die Pflanze kommt ursprünglich aus den Bergwäldern im Südwesten Äthiopiens und den angrenzenden Regionen. Botanisch ist sie eine natürliche Kreuzung aus zwei anderen Kaffeearten, darunter Coffea canephora, also Robusta. Anders als ihre Verwandten bestäubt sich Arabica selbst. Das hält Sorten stabil, macht die Art aber genetisch recht einheitlich. Über den Jemen gelangte sie in die Welt; die meisten heutigen Plantagen gehen auf wenige Pflanzen von dort zurück.
Wie Arabica wächst – und warum die Höhe zählt
Arabica mag gemäßigte Temperaturen ohne Frost und ohne große Hitze. In Äquatornähe liegen viele Anbaugebiete deshalb grob zwischen 1.000 und 2.000 Metern, weiter vom Äquator entfernt auch tiefer. In kühlerer Höhe reifen die Kirschen langsamer, die Bohnen werden dichter und bilden mehr Zucker und Säuren – eine Grundlage für komplexe Aromen.
Die Kehrseite: Die Pflanze ist empfindlich. Der Pilz Kaffeerost, Schädlinge, Dürre und steigende Temperaturen setzen ihr zu. Ab 2012 vernichtete eine Rostepidemie in Mittelamerika große Teile der Ernten. Viele Anbaugebiete spüren zudem den Klimawandel, geeignete Flächen wandern bergauf, und Züchter arbeiten an widerstandsfähigeren Sorten, oft durch Kreuzungen mit anderen Kaffeearten.
Varietäten: Arabica ist nicht gleich Arabica
Innerhalb der Art gibt es zahlreiche Varietäten, ähnlich wie bei Äpfeln oder Trauben. Typica und Bourbon gelten als alte Grundlinien, aus denen etwa Caturra hervorging. Gesha ist für blumige, teeartige Kaffees bekannt, SL28 aus Kenia für lebhafte Säure. In Äthiopien wachsen zudem viele lokale, kaum katalogisierte Formen. Manche moderne Züchtungen wie Catimor tragen über eine Kreuzung Robusta-Gene in sich, um resistenter zu sein. Welche Varietät in der Tüte steckt, beeinflusst den Geschmack ebenso wie Lage und Aufbereitung.
Wie Arabica in der Tasse schmeckt
Typisch für gute Arabicas ist eine spürbare, oft fruchtige Säure, dazu natürliche Süße und ein breites Spektrum an Noten – von Zitrus und Beeren über Karamell und Nuss bis zu Blüten oder Schwarztee. Die Bitterkeit fällt geringer aus als bei Robusta, auch weil die Bohnen weniger Koffein und Chlorogensäuren enthalten. Wie viel davon in deiner Tasse ankommt, entscheidet stark die Röstung: Hell geröstet zeigt Arabica seine Herkunft, dunkel geröstet treten Röstaromen in den Vordergrund.
Was „100 % Arabica“ auf der Packung aussagt
Der Hinweis nennt nur die Art, nicht die Güte. Auch günstiger Supermarktkaffee besteht häufig vollständig aus Arabica. Ob eine Tasse gut schmeckt, entscheiden Varietät, Anbaulage, Erntequalität, Aufbereitung, Frische und Röstung. Ein sauber verarbeiteter Robusta kann besser sein als ein vernachlässigter Arabica. Für dich heißt das: Achte eher auf Herkunftsangaben und Röstdatum als auf den Arabica-Stempel.
Praxistipp
Such dir zwei Arabica-Kaffees aus, die sich nur in einem Punkt deutlich unterscheiden, zum Beispiel ein Kaffee aus Äthiopien und einer aus Brasilien. Bereite beide identisch als Filterkaffee zu und notiere Säure, Süße und Aromen. So merkst du schnell, wie groß die Bandbreite innerhalb einer einzigen Art ist.
Häufige Fragen
Hat Arabica weniger Koffein als Robusta?
Ja. Arabica-Bohnen enthalten als häufiger Richtwert etwa 1 bis 1,5 Prozent Koffein, Robusta meist rund doppelt so viel. Wie viel Koffein in deiner Tasse landet, hängt zusätzlich von Kaffeemenge und Zubereitung ab.
Ist Arabica besser als Robusta?
Arabica bringt meist mehr Fruchtigkeit und Süße mit, Robusta mehr Bitterkeit und Körper. Für Filterkaffee und helle Röstungen wird fast immer Arabica verwendet. „Besser“ hängt aber von Qualität und Verwendungszweck ab, nicht allein von der Art.