Barista-Glossar
Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit ist die Zeit, die vom Start des Bezugs bis zum Ende vergeht, während Wasser durch das Kaffeepulver fließt. Beim Espresso dient sie als wichtiger Anhaltspunkt für die Einstellung des Mahlgrads.
Was die Durchlaufzeit aussagt
Die Zeit zeigt dir, wie viel Widerstand das Kaffeebett dem Wasser entgegensetzt. Läuft ein Espresso bei gleicher Dosis und gleicher Menge in der Tasse plötzlich viel schneller, hat sich etwas verändert – meist der Mahlgrad, manchmal die Bohne oder die Verteilung im Sieb. Damit ist die Durchlaufzeit vor allem ein Kontrollwert. Sie hilft dir, Bezüge miteinander zu vergleichen und Abweichungen früh zu bemerken.
Übliche Richtwerte beim Espresso
Lange galten 25 bis 30 Sekunden als Faustregel für einen doppelten Espresso. Diese Spanne ist bis heute ein brauchbarer Startpunkt. In der Praxis liegen gute Bezüge aber auch mal darunter oder darüber, je nach Bohne, Röstgrad und Rezept. Helle Röstungen werden oft etwas länger oder mit einem weiteren Brühverhältnis bezogen, dunkle eher kürzer.
Wichtig ist, immer gleich zu messen. Manche starten die Uhr mit dem Drücken der Taste, andere erst beim ersten Tropfen. Der Unterschied kann mehrere Sekunden betragen, besonders bei Maschinen mit Vorbenetzung. Beides ist in Ordnung, solange du bei einer Methode bleibst und Rezepte anderer entsprechend einordnest.
Zeit ist ein Hinweis, kein Ziel
Ein Espresso schmeckt nicht gut, weil er genau 28 Sekunden gelaufen ist. Er kann im Zielbereich liegen und trotzdem sauer oder bitter sein, etwa wenn sich im Puck Kanäle gebildet haben. Dann fließt das Wasser teils zu schnell, teils zu langsam, und die Uhr zeigt einen Mittelwert. Nutze die Zeit deshalb zusammen mit Dosis, Menge in der Tasse und Geschmack. Erst diese Kombination sagt dir, in welche Richtung du nachstellen solltest.
Neben dem Mahlgrad verschieben auch andere Dinge die Zeit: eine höhere Dosis, eine frischere Bohne oder eine ungleichmäßige Verteilung im Sieb. Selbst die Luftfeuchtigkeit kann einen Einfluss auf das Mahlergebnis haben. Wenn die Zeit sich plötzlich verändert, geh deshalb zuerst die Schritte vor dem Mahlgrad durch, bevor du an der Mühle drehst.
Auch beim Filterkaffee zählt die Zeit
Beim Handaufguss beschreibt die Durchlaufzeit, wie lange es vom ersten Aufgießen bis zum Abtropfen der letzten Flüssigkeit dauert. Für eine Tasse liegt sie häufig im Bereich von etwa zweieinhalb bis vier Minuten. Läuft das Wasser deutlich schneller durch, ist der Mahlgrad oft zu grob, und der Kaffee wirkt dünn. Staut es sich lange im Filter, ist er oft zu fein, oder feiner Staub hat die Poren des Papiers zugesetzt.
Praxistipp
Stell beim Espresso die Tasse auf eine Waage und starte gleichzeitig einen Timer. Notiere bei jedem Bezug Zeit und Endgewicht. Wenn du merkst, dass die Zeit bei gleicher Menge in eine Richtung wandert, drehst du rechtzeitig am Mahlgrad, bevor der Geschmack deutlich kippt.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ein Espresso durchlaufen?
Ein häufiger Richtwert für einen doppelten Espresso sind etwa 25 bis 30 Sekunden. Je nach Bohne und Rezept können auch kürzere oder längere Zeiten gut schmecken. Nimm den Wert als Startpunkt und entscheide anschließend nach Geschmack.
Espresso läuft zu schnell durch – was tun?
Meist ist der Mahlgrad zu grob. Stell die Mühle in kleinen Schritten feiner und lass Dosis und Menge in der Tasse gleich. Prüfe auch, ob genug Pulver im Sieb ist und ob du es gleichmäßig verteilt und gerade getampt hast.