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Barista-Glossar

Flat White

Ein Flat White ist ein kleines Milchgetränk aus meist doppeltem Espresso und seidig aufgeschäumter Milch mit nur einer dünnen Schaumschicht. Er schmeckt kaffeebetonter als ein Cappuccino oder Latte und wirkt cremig statt luftig.

Ein Getränk aus Australien und Neuseeland

Wer den Flat White erfunden hat, ist zwischen Australien und Neuseeland bis heute umstritten. Sicher ist, dass er in den 1980er-Jahren in Cafés beider Länder auftauchte und dort längst zum Alltag gehört. Nach Europa kam er vor allem über London, wo Cafés mit australischen und neuseeländischen Wurzeln ihn in den 2000er-Jahren bekannt machten.

Der Name beschreibt die Oberfläche: Statt einer hohen Schaumhaube wie beim damals üblichen Cappuccino liegt die Milch flach und glatt in der Tasse. Das war ursprünglich eine bewusste Abgrenzung zum steifen, schaumigen Milchkaffee, den viele Cafés zu dieser Zeit servierten.

Wie ein Flat White aufgebaut ist

Als Richtwert fasst ein Flat White etwa 150 bis 180 Milliliter. Die Basis ist häufig ein doppelter Espresso, in manchen Cafés auch ein doppelter Ristretto. Weil die Tasse klein ist, bleibt der Kaffee deutlich im Vordergrund. Die Milch soll den Espresso abrunden und ihm Süße geben, ihn aber nicht überdecken.

Beim Aufschäumen ziehst du nur kurz Luft, damit eine dünne Schicht Mikroschaum entsteht – als Richtwert etwa einen halben Zentimeter. Danach lässt du die Milch rollen, bis sie glänzt und sich gießen lässt wie dünne Farbe. Diese Textur verbindet sich eng mit der Crema und eignet sich gut für Latte Art.

Abgrenzung zu Cappuccino und Latte

Gegenüber dem Cappuccino hat der Flat White weniger Schaum und schmeckt dadurch dichter, weniger luftig. Gegenüber dem Caffè Latte ist er kleiner und hat bei ähnlicher Espressomenge deutlich weniger Milch, er wirkt also kräftiger. Die Grenzen sind allerdings fließend: Manche Cafés servieren einen Flat White, der sich kaum von ihrem Cappuccino unterscheidet.

Welcher Espresso zum Flat White passt

Weil im Flat White wenig Milch steckt, schmeckst du den Espresso sehr deutlich heraus. Röstungen mit Schokolade, Karamell oder Steinobst harmonieren meist gut mit der Milch. Helle, sehr säurebetonte Bohnen können interessant sein, wirken mit Milch aber manchmal säuerlich. Probier am besten denselben Espresso einmal pur und einmal als Flat White – so merkst du, welche Noten die Milch verstärkt und welche sie dämpft.

Was zu Hause oft schiefgeht

Viele schäumen die Milch für einen Flat White wie für einen Cappuccino auf und bekommen zu viel Schaum. Ein anderer häufiger Fehler ist eine zu große Tasse: In einem Becher mit 250 Millilitern wird aus dem Flat White automatisch ein kleiner Latte. Nimm eine Tasse, die gerade so viel fasst, wie du trinken möchtest, und ein kleines Milchkännchen, damit du die Luftmenge besser kontrollierst.

Praxistipp

Halte die Spitze der Dampflanze für einen Flat White nur wenige Sekunden knapp unter die Oberfläche, bis du ein leises Zischen hörst, und tauch sie dann etwas tiefer ein. Ab da soll sich die Milch nur noch drehen. Je kürzer die Zischphase, desto dünner wird die Schaumschicht.

Häufige Fragen

Ist ein Flat White stärker als ein Cappuccino?

Im Geschmack meist ja. Ein Flat White hat oft einen doppelten Espresso, aber weniger Milch und Schaum als ein Cappuccino ähnlicher Größe. Dadurch tritt der Kaffee deutlicher hervor. Wie viel Koffein er tatsächlich enthält, hängt von der Espressomenge des jeweiligen Cafés ab.

Warum heißt er Flat White?

„Flat“ bezieht sich auf die flache, glatte Oberfläche ohne hohe Schaumhaube, „White“ auf die Milch. In Australien und Neuseeland bestellt man Kaffee traditionell „black“, also ohne Milch, oder „white“, mit Milch – daher der zweite Teil des Namens.

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