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Barista-Glossar

V60

Der V60 ist ein konischer Handfilter des japanischen Herstellers Hario mit einem Wandwinkel von 60 Grad, spiralförmigen Rippen und einem großen Loch im Boden. Weil er den Durchfluss kaum bremst, hängt das Ergebnis stark von Mahlgrad und Gießtechnik ab.

Woher hat der V60 seinen Namen?

Das V steht für die Kegelform, die 60 für den Winkel der Wände. Seit Mitte der 2000er-Jahre hat sich der Filter in Specialty-Cafés weltweit als eine Art Standard für den Handaufguss etabliert. Es gibt ihn aus Keramik, Glas, Kunststoff und Metall und in mehreren Größen, von der einzelnen Tasse bis zur kleinen Kanne. Die Größen tragen Nummern wie 01 oder 02, eine höhere Zahl bedeutet mehr Fassungsvermögen.

Was bewirken Rippen und das große Loch?

Die spiralförmigen Rippen an der Innenwand halten das Papier auf Abstand. So kann Luft entweichen, und das Wasser fließt nicht nur nach unten, sondern auch entlang der Wand. Das große Loch am Boden setzt dem Wasser kaum Widerstand entgegen. Wie schnell der Kaffee durchläuft, bestimmt deshalb vor allem das Kaffeebett selbst: Mahlgrad, Menge und die Art, wie du gießt.

Das macht den V60 vielseitig, aber auch empfindlich. Gießt du hastig, rauscht das Wasser durch und der Kaffee schmeckt dünn. Mahlst du zu fein, setzen feine Partikel das Papier zu und der Durchlauf zieht sich. Kleine Änderungen zeigen sich deutlich in der Tasse – gut zum Lernen, anstrengend, wenn du einfach nur schnell Kaffee willst.

Welches Material und welches Papier?

Keramik hält Wärme gut, muss aber gründlich vorgewärmt werden. Kunststoff ist leicht, bruchsicher und entzieht dem Kaffee kaum Wärme, Glas und Metall liegen dazwischen. Geschmacklich sind die Unterschiede gering. Wichtiger ist das Papier: Der V60 braucht konische Filter in passender Größe. Gebleichtes Papier bringt meist weniger Eigengeschmack mit, heißes Vorspülen hilft bei beiden Varianten.

Für welche Kaffees eignet sich der V60?

Der V60 spielt seine Stärken bei hellen und mittleren Röstungen aus, deren Säure und Fruchtigkeit im Vordergrund stehen sollen. Durch den schnellen Durchfluss und das Papier entsteht eine klare, eher leichte Tasse. Sehr dunkle Röstungen geben ihre Stoffe schneller ab und werden im V60 rasch bitter – hier helfen ein gröberer Mahlgrad oder etwas kühleres Wasser. Für schwere, ölige Kaffees ist eine Methode mit Metallsieb oft die bessere Wahl.

Wenn der V60 nicht schmeckt

Läuft der Aufguss für eine Tasse deutlich unter zwei Minuten durch und schmeckt sauer, mahl feiner. Braucht er weit über vier Minuten und wird bitter oder trocken, mahl gröber. Bleibt am Ende ein schräger Kaffeehügel oder ein Krater stehen, war die Verteilung ungleichmäßig. Gieß dann in kleinen Kreisen um die Mitte und schwenke den Filter zum Schluss einmal kurz. Hilft beides nicht, lohnt ein Blick auf die Mühle: Ein Mahlwerk mit viel Feinanteil macht es dem V60 schwer, sauber durchzulaufen.

Praxistipp

Mach zwei V60-Aufgüsse direkt nacheinander mit denselben Bohnen, ändere nur den Mahlgrad um eine Stufe und probiere beide nebeneinander, wenn sie etwas abgekühlt sind. Der direkte Vergleich zeigt dir schneller als jede Tabelle, in welche Richtung du an der Mühle drehen musst.

Häufige Fragen

Welcher Mahlgrad für V60?

Meist mittelfein, etwas feiner als für eine Filtermaschine. Ein grober Anhaltspunkt ist eine Durchlaufzeit von etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Minuten für eine Tasse. Passt die Zeit nicht oder schmeckt der Kaffee unausgewogen, stellst du in kleinen Schritten nach.

Welche Größe V60 brauche ich?

Für eine Tasse oder einen Becher reicht die kleinste Größe 01. Die Größe 02 passt, wenn du regelmäßig für zwei oder drei Personen brühst. Ein großer Filter funktioniert zwar auch für kleine Mengen, das Kaffeebett wird dann aber flach und läuft schneller durch.

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